Fliehburg
Auf der Niederterasse verliefen früher
verschiedene - teilweise sumpfige - Rheinbetten (heute trocken
gelegt), die die Besiedlung nur auf hochwassersicheren
"Inseln" zuliessen. Eines dieser Flußbetten zog
sich über Heumar, Brück, Merheim, Schweinheim
und Dünnwald bis zur Wuppermündung. Eine dieser
hochwassersicheren "Inseln" ist ein
Geländesporn zwischen Brück und Merheim, der in
dem oben genannten Flußbett liegt, die sogenannte
"Fliehburg".
Etwa 400 Meter lang und knapp 100 Meter breit, von
drei Seiten von Sumpf umgeben, war die Fliehburg nicht nur
hochwassersicher, sondern auch leicht zu verteidigen. Schon im
3. vorchristlichen Jahrtausend bestand eine Siedlung der
Michelsberger Kultur auf der Fliehburg. Auch Lesefunde aus der
Hallstattkultur (7.-5. Jahrhundert v.Chr.) wurden auf der
Fliehburg gefunden.
Die früh- oder hochmitteralterliche
Verteidigungsanlage, die der Insel ihren Namen gegeben hat, ist
wohl im Zusammenhang mit dem etwa 350 Meter entfernten Fronhof zu sehen. Zum Zwecke der besseren
Verteidigung der Halbinsel (gelb) wurde sie im Osten durch
einen 100 Meter langen und 30 Meter breiten Graben (grün)
vom Festland abgeschnitten. Nur ein 10 Meter breiter Zugang
(rot) blieb bestehen. Da weder der Graben sehr tief, noch der
innenliegende Wall besonders befestigt gewesen zu sein scheint,
geht man davon aus, das diese Anlage unfertig geblieben
ist.
In den dreißiger Jahren wurde der östliche
Teil der Fliehburg als Müllkippe benutzt und heute bedeckt
ein Feld die Fläche der Fliehburg. 1972 wurde die
Verteidigungsanlage und die vorzeitlichen Siedlungsspuren
archäologisch untersucht.
Abbildungen:[1] Das Merheimer Wappen, in
Auftrag gegeben vom Merheimer Geschichtskreis, entnommen dem
Buch "Merheim, ein Dorf zwischen Heide und Bruch - Band
3, 2003"
[2] Karte der Fliehburg, bearbeiteter Ausschnitt aus
der Grundkarte 1:5000 "Brück Nord"
Quellen:[1] "Merheim - Ein Dorf zwischen
Heide und Bruch", 1997
[2] "Die Bürgermeisterei Merheim im Wandel
der Zeit", Band 1, 1973
letzte Änderung: 18.01.2002
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